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Hornisse - Vespa crabro - Foto
Hornisse
Die Hornisse (Vespa crabro), engl.: European hornet, zählt in der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), der Unterordnung Apocrita und der Überfamilie Vespoidea zur Familie Soziale Faltenwespen (Vespidae), wo sie - in der Unterfamilie Echte Wespen (Vespinae) - der Gattung Hornissen (Vespa) angehört. Die Hornissenart Vespa crabro tritt in mehreren Subspezies variabel auf. Diese sind: Vespa crabro crabro, Vespa crabro germana, Vespa crabro vexator, Vespa crabro crabroniformis, Vespa crabro borealis, Vespa crabro oberthuri, Vespa crabro flavofasciata, Vespa crabro altaica, Vespa crabro caspica und Vespa crabro chinensis.
Vespa crabro - Seitenansicht - Foto
Die Hornisse ist paläarktisch verbreitet und kommt in Europa (bis 63. Breitengrad), USA, Kanada und Asien vor. In Mitteleuropa sind Vespa crabro crabro (diese nur im Norden) und Vespa crabro germana heimisch. Diese Art, die in einigen Gebieten Deutschlands bereits ausgerottet ist, steht aufgrund ihres weiteren Rückgangs in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste und ist in Deutschland nach BArtSchV und BNatSchG besonders geschützt.
Faltenwespe - Hornisse - Foto
Vespa crabro bringt pro Jahr eine neue Generation hervor. Als soziale Faltenwespe zählt sie zu den staatenbildenden Insekten. Hornissenstaaten sind einjährig. Ihre Population umfasst 100 bis 700 (in extremen Fällen bis zu 1000) Individuen.
Die Körperlänge der Hornisse, deren Brustkorb und Hinterleib behaart sind, beträgt bei der Königin 25 bis 35 mm, bei den Arbeiterinnen 15 bis 25 mm und bei den Drohnen 20 bis 30 mm. Ihr Kopf hat an Wangen und Scheitel eine kupferrote Färbung. Das Gesicht weist keinerlei Zeichnung auf. Während die Antennen der Drohnen aus 13 Segmenten bestehen, haben die weiblichen Tiere nur 12 Fühlersegmente. Die Augen der Hornisse sind deutlich eingerückt und erscheinen in der Form eines "C". Der behaarte Brustkorb (Thorax) ist bei der Unterart Vespa crabro crabro in der Mitte der Oberseite dunkel gefärbt, während bei der Unterart Vespa crabro germana auf dem Schulterschild (Mesoscutum) eine schmale rote Zeichnung in Form eines "V" erkennbar ist. Der ebenfalls behaarte Hinterleib (Abdomen), der die typische schwarz-braun-gelbe Färbung der Wespen besitzt, besteht bei den Drohnen aus 7, bei den weiblichen Tieren aus 6 Segmenten (Tergite). Am Ende des Abdomens, das zudem mit 2 Reihen tropfenähnlicher Zeichnungen versehen ist, tragen die Weibchen einen Wehrstachel, der bei den Drohnen fehlt, und an dessen Stelle sich deren Geschlechtsorgane befinden. Die Flügel der Hornisse sind rötlich-orange gefärbt. Ein besonderes Merkmal bildet neben der Körpergrösse ein tiefer Brummton beim Flug.
Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes kann die Hornisse mit einigen anderen Fluginsekten verwechselt werden. Hierzu gehören die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria), die Hornissenschwärmer Sesia bembeciformis und Sesia apiformis sowie einige Arten aus der Familie der Keulenhornblattwespen (Cimbicidae). Leicht verwechselbar ist Vespa crabro mit der Orientalischen Hornisse (Vespa orientalis), während die Arbeiterinnen der Königin der Mittleren Wespe (Dolichovespula media) sehr ähnlich sehen.
Die Lebenserwartung der Hornisse beträgt bei den Arbeiterinnen 3 bis 4 Wochen, bei den Drohnen 1 bis 2 Monate, während die Königin etwa 14 Monate alt werden kann. Die Königin, die als einzige den Winter überdauert hat, verlässt Mitte April ihr Winterversteck und beginnt bis Anfang Mai mit der Gründung eines neuen Nestes. Hierzu fertigt sie eine erste Wabe an, die sie mit einer papierartigen Masse aus zerkautem Holz ummantelt. In diese Wabe legt die Königin befruchtete Eier ab. Nach dem Schlüpfen der Larven (Arbeiterinnen) Anfang Juni übernimmt die Königin die Brutpflege und füttert die Larven bis zu deren Verpuppung mit Insekten sowie mit Spinnen. Sobald die jungen Arbeiterinnen die Puppe verlassen haben, übernehmen sie fast sämtliche Tätigkeiten der Königin, die sich nun fast ausschließlich auf das Eierlegen beschränkt (Im Hochsommer bis zu 40 Eier täglich). Bei starker Hitze fächeln die Arbeiterinnen mit ihren Flügeln, um im Nest für Kühlung der Brut zu sorgen.
Unter den Arbeiterinnen des neuen Hornissenstaates entsteht eine Hierarchie, die der Hackordnung bei Hühnern ähnelt und ein gewisses Aggressionspotential schafft, das sich in mehr oder minder schweren Kämpfen zwischen einzelnen Arbeiterinnen entlädt. Hierbei kommt es vor, dass sich Arbeiterinnen tödliche Stiche verabreichen. Wenn sich die Population sehr stark vergrößert, und für einen weiteren Ausbau des Nestes kein Raum mehr zur Verfügung steht, ziehen die Hornissen geschlossen an einen geeigneteren Ort um und errichten ein neues Nest (Filialbildung).
Die erwachsene Hornisse, deren Hauptaufgaben in der Brutpflege, der Sicherung des Nests gegen Feinde sowie der (auch nächtlichen) Jagd auf Insekten wie Fliegen, Wespen, Bienen, Nachtfalter, Heuschrecken, Käfer, Raupen oder Libellen liegen, ernährt sich selbst von Baumsäften, Pflanzensäften, Nektar, Fallobst oder Honigtau. Im Herbst schlüpfen Jungköniginnen und Drohnen. Letztere tragen Ende September bzw. Anfang Oktober untereinander Kämpfe aus, um die neuen Königinnen zu befruchten. Während die begatteten Jungköniginnen zur Überwinterung geschützte Verstecke aufsuchen, stirbt der Rest der Population mit dem Einsetzen von Nachtfrösten ab.
Zu den natürlichen Feinden der Hornisse zählen in erster Linie Menschen, die durch Unwissen, Unvernunft, Aberglauben und nicht selten aus reiner Mutwilligkeit die Hornissen töten und ihre Biotope zerstören. Als ein tierischer Schädling kann die Hummelnestmotte (Aphomia sociella) auftreten. Deren Larven überdecken die Waben mit ihren Gespinsten und fressen die darunter liegende Brut auf.
Ein ständiger Mitbewohner in Hornissen-Nestern ist der Hornissenkäfer (Velleius dilatatus), der auch Hornissenkurzflügelkäfer genannt wird. Sein Aufenthalt wirkt sich auf die Population im Nest nicht nachteilig aus.
Beschreibung der Bilder / Fotos
1. Hornisse - Vespa crabro
2. Vespa crabro - Seitenansicht
3. Faltenwespe - Hornisse
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Quellen, Links und weitere Informationen
Hornisse bei Wikipedia
Hornissen (Familie) bei Wikipedia
Hornissenschutz
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