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Bergstreckerspinne - Tetragnatha montana - Foto
Bergstreckerspinne
Die Bergstreckerspinne (Tetragnatha montana), auch Wellenbindige Streckerspinne genannt, zählt in der Ordnung Webspinnen (Araneae) und der Unterordnung Echte Webspinnen (Araneomorphae) zur Familie Dickkieferspinnen (Tetragnathidae), wo sie zur Gattung Eigentliche Streckerspinnen (Tetragnatha) gehört. Wissenschaftliche Synonyme sind unter anderem: Tetragnatha solandri und Tetragnatha extensa montana.
Dickkieferspinne - Tetragnathidae - Bergstreckerspinne - Foto
Die Bergstreckerspinne ist in einem großen Teil der Paläarktis von Westeuropa bis Ostasien weit verbreitet und stellt die am häufigsten vorkommende Art ihrer Gattung dar. Aufgrund ihrer in geeigneten Habitaten starken und flächendeckenden Verbreitung gilt sie nach der Roten Liste in Deutschland und Mitteleuropa in ihrem Bestand als ungefährdet.
Bergstreckerspinne im Netz - Foto
Der längliche, metallisch glänzende Körper der Bergstreckerspinne ist bei den Männchen etwas dunkler und rötlicher gefärbt, während die Zeichnung sich derjenigen der weiblichen Tiere annähert. Die Weibchen erreichen Körperlängen von 6 bis 10 mm, während männliche Exemplare 6 bis 8 mm lang werden. Der Vorderkörper (Prosoma) ist bei den weiblichen Exemplaren einfarbig beige-braun, gelbbraun oder braun gefärbt. Das Sternum ist dunkelbraun bis schwarz und hat manchmal einen dunklen Rand. Neben den Hüften (Coxen) können sich kleine helle Flecken befinden.
Die Bergstreckerspinne ist die einzige Art, bei der sich auf den Kieferklauen der Weibchen ein kleiner Zahn in der Nähe der Wurzel befindet. Der Hinterkörper (Opisthosoma) der weiblichen Tiere glänzt an der Oberseite silbrig und weißlich. In der Mitte befindet sich eine charakteristische Zeichnung in Blattform (Folium). Sie besteht aus einem gegen die weiße Umgebung deutlich abgesetzten breiten, grünlich-bräunlichen oder bräunlich-goldfarbenen Band mit feiner dunkler Netzzeichnung, in dessen Vorderabschnitt ein weißlich-silbernern glänzender Bereich eingelassen sein kann. Das Folium ist seitlich durch einen tief wellenförmig verlaufenden (daher Wellenbindige Streckerspinne) und schmalen dunklen Rand begrenzt, der golden bis bronze bzw. bräunlich gefärbt sein kann. Die Unterseite des Hinterleibs ist dunkelbraun und mit zwei silbrig glänzenden schmalen Längsbändern versehen, die im Bereich der Spinnwarzen enden.
Der Hinterleib der Männchen trägt annähernd die gleiche Zeichnung, ist jedoch etwas dunkler und rötlich bis gold gefärbt. Der Zusammenhang der Farben erscheint im Kontrast schwächer als bei den weiblichen Tieren, und weiße bzw. silbrig glänzende Bereiche sind stark reduziert. Die Unterseite ist braun, wellig begrenzt und zeigt ein langes dunkles Längsband. Während die Beine, die sich in ihrer Länge erheblich unterscheiden, bei den Weibchen beige, gelbbraun oder braun gefärbt sind, erscheinen sie bei den männlichen Tieren dunkler. Während das erste, zweite und vierte Beinpaar stark verlängert (gestreckt) wirkt, ist das dritte Beinpaar relativ kurz. Es dient der Spinne in ihrer Ruheposition zum Festhalten an dünnen Zweigen oder Grashalmen, während die übrigen Beinpaare lang ausgestreckt sind (Streckerspinne). An den Enden der Beinglieder sind häufig dunkle Flecken und Ringelungen sichtbar.
Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes kann die Bergstreckerspinne mit ihren Schwesternarten Tetragnatha extensa und Tetragnatha pinicola verwechselt werden. Die Bergstreckerspinne lebt bevorzugt in der schattenspendenden Vegetation ausreichend feuchter bzw. gewässernaher Habitate. Man findet sie an Bäumen, Sträuchern, krautigen Pflanzen oder an Schilfhalmen, die in der Nähe von Flüssen, Bächen, Seen, Teichen, Tümpeln oder Wassergräben wachsen. Auch Moore und Sümpfe und Auwälder zählen zu ihren Biotopen.
Die erwachsenen (geschlechtsreifen) Bergstreckerspinnen erscheinen von Mai bis September im Freien, früheste Exemplare auch bereits im Februar. Sie ernähren sich vom Insektenfang (Fliegen, Mücken), zu dessen Zweck sie zwischen Zweigen und Halmen ein kleines Radnetz errichten, das mit wenigen Speichen und offener Nabe schräg ausgerichtet ist. Da die Bergstreckerspinnen zu den Lauerjägern zählen, warten sie abseits ihres Netzes in langgestreckter Ruheposition (s.o.) auf ihre Beute. Fliegt ein Insekt in das Netz, injiziert die Spinne ihm ein Gift, das das Innere des Beutetiers bereits vorverdaut. Das so behandelte Insekt wird dann zu einem Paket verschnürt und als Nahrungsreserve unweit des Netzes aufgehängt, um bei Bedarf ausgesaugt zu werden. Danach beginnt die Spinne mit der Reparatur des Netzes.
Natürliche Feinde der Bergstreckerspinne sind Vögel und Insektenfresser. Bei Gefahr drückt sich die Spinne langgestreckt an ihre Unterlage. Da die Spinne nur ein geringes Gewicht hat, kann sie auf dem Wasser laufen, ohne zu versinken.
Die Paarung, die nicht von einer Balz der Männchen eingeleitet wird, findet im Mai/Juni statt. Durch einen speziellen Griff auf das Weibchen verhindern die männlichen Tiere deren tödlichen Biss. Sie entfernen sich nach der Paarung. Für die Ablage ihrer befruchteten Eier fertigen die Weibchen einen dunkelgrünen Kokon und überziehen ihn mit einem feinen weißen Gespinst, das an seiner Oberfläche einige graue, flockige Fortsätze haben kann. Der Kokon wird an Pflanzenteilen (meistens Blättern) befestigt und bis zum Schlupf der Jungspinnen von der Mutter bewacht und gegen Fressfeinde geschützt. Nach etwa 100 Tagen schlüpfen die jungen Bergstreckerspinnen.
Beschreibung der Bilder / Fotos
Fotografie mit folgenden Digitalkameras
Nikon D3x, Nikon D300, Canon 50D
Bildbearbeitung mit Photoshop
1. Bergstreckerspinne - Tetragnatha montana
2. Dickkieferspinne - Tetragnathidae - Bergstreckerspinne
3. Bergstreckerspinne im Netz


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