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Fettspinne - Steatoda bipunctata - Foto
Fettspinne
Die Fettspinne (Steatoda bipunctata), engl.: Rabbit hutch spider, zählt in der Ordnung Webspinnen (Araneae), der Unterordnung Echte Webspinnen (Araneomorphae) und der Teilordnung Entelegynae in der Überfamilie Radnetzspinnen (Araneoidea) zur Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae), die auch Kugelspinnen genannt werden. Hier gehört sie zur Gattung Fettspinnen (Steatoda). Die Art ist in der gesamten Holarktis verbreitet und kommt in Mitteleuropa häufig vor. Sie bringt pro Jahr 2 neue Generationen hervor und gilt in ihrem Bestand als nicht gefährdet.
Steatoda bipunctata - Spinne - Fettspinne - Foto
Die erwachsenen Exemplare können Körperlängen von maximal 8 mm erreichen, wobei die größeren Weibchen in der Regel 5 bis 7 mm lang werden, während die männlichen Tiere mit nur 5 mm Länge auftreten. Der Körper der Fettspinne, insbesondere der Männchen, ist abgeplattet. Die Körperfarbe variiert in rötlichen und braunen Tönen. Ein wesentliches Merkmal ist der fettige Glanz, der von den Körpern ausgeht und für die gesamte Gattung namensgebend wurde. Während die Weibchen im allgemeinen eine rötliche bis braune Färbung zeigen, sind die Männchen eher dunkelbraun. Die Körperunterseite ist bei der Fettspinne blassbraun gefärbt. Der gesamte Körper und die Extremitäten weisen eine feine helle Behaarung auf, deren Dichte sich erst völlig unter dem Mikroskop erweist.
Der Vorderkörper (Prosoma) der männlichen Tiere ist neben auffällig langen Kiefertastern (Pedipalpen) mit einem ausgeprägten Zirporgan (Stridulationsorgan) ausgestattet. Dieses besteht aus zahlreichen parallel verlaufenden Rillen (Schrilleisten), die an den hinteren Seiten des Prosomas verlaufen. Damit ist die Fettspinne die einzige heimische Spinnenart, die in der Lage ist, Geräusche zu erzeugen, was durch Reiben einer scharfen Kante des gegen den Vorderkörper beweglichen Hinterleibes an den Schrilleisten erreicht wird. Der Vorderkörper der Männchen ist auf der Oberseite (Rückenschild) rotbraun bis schwarzbraun gefärbt und weist verstreute punktförmige Einstiche auf.
Der Hinterleib (Opisthosoma) der Fettspinne erscheint gegenüber dem Prosoma zusätzlich abgeflacht und hat bei den männlichen Exemplaren an seinem vorderen Ende einen scharfen Grat, der über den Vorderkörper verschiebbar ist und der Lauterzeugung (s. o.) dient. Während die Oberseite des Hinterkörpers bei den Weibchen violett-braun, meistens dunkelbraun, in selteneren Fällen auch gelb-braun gefärbt ist, erscheint er bei den männlichen Tieren dunkler und weist einen deutlich fettigen Glanz auf. Auf der Oberseite verläuft ein schmales helles (gelbliches bis cremefarbenes) Längsband, das manchmal undeutlich gezeichnet ist, und bei den Männchen völlig fehlen kann. Bei den Weibchen können sich an der Oberfläche zusätzlich zwei weiße Flecken befinden, die sich mit fortschreitendem Lebensalter zu zwei breiten Streifen entwickeln. Auf der Unterseite tragen sie im Bereich des äußeren Geschlechtsorgans (Epigyne) einen weißen Fleck, der von hellen Längsstreifen flankiert wird. Die Längstreifen laufen hufeisenförmig oberhalb der Spinnwarzen, die deutlich erkennbar sind, zusammen. Ferner verlaufen auf der Unterseite zwei schmale dunkelbraune Linien.
Die Beine der Fettspinne sind rot und braun geringelt. Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes kann sie mit der Schwesternart Steatoda castanea verwechselt werden.

Die Fettspinne, die mehrere Jahre alt werden kann, lebt in Mitteleuropa standorttreu und ist das ganze Jahr über vorwiegend im Wohnbereich der Menschen, jedoch auch im Freiland anzutreffen. Man findet sie in bis zu 2000 Meter Höhe auch im Gebirge, wo Felsnischen zu ihren bevorzugten Habitaten zählen. Ferner sitzen die Tiere gern an isoliert stehenden Alleebäumen. In Wohngebäuden, Kellern und Ställen sucht die Fettspinne schattige, dunkle Bereiche auf und kann selbst in äußerst trockenen und warmen Räumen noch überdauern, wenn andere Spinnenarten dort längst eingegangen sind.
Die Fettspinne ist nachtaktiv und zieht sich, da sie sehr scheu ist, tagsüber in schmale Hohlräume zurück. Das weibliche Tier lebt von der Jagd auf kleinere Insekten (Mücken, Fliegen oder andere Spinnenarten), die sie entweder in ihrem Netz, an dessen Haltefäden oder am Boden darunter einfängt. Dabei ist in sie der Lage, Beutetiere zu überwältigen, die wesentlich größer sind, als sie selbst, z. B. Hausspinnen. Die männlichen Tiere wandern meistens umher.
Der Netzbau der Weibchen erfolgt zumeist in dunklen Raumecken, an Decken oder an Fensterrahmen. Im Freiland entstehen die dreidimensionalen Netze unter Steinen oder in Felsspalten. Die Netze bestehen aus einer konfus konstruiert erscheinenden Fangmatte, die durch Halte- und Spannfäden von oben abgehängt ist und nach unten durch lange Fangfäden, die zugleich als Stolperfallen konstruiert sind, stabilisiert wird. An diesen Fangfäden sind klebrige Tropfen angebracht, die ein Beutetier bei Kontakt festhalten. Im Deckenbereich können diese Netze sehr groß und weitmaschig sein. Bei höherer Populationsdichte werden gleichartige Nachbarn geduldet und Netze miteinander verbunden. Dabei behält das größte Weibchen die besten Plätze. Darüber hinaus führen vom Netz Alarmfäden zum Schlupfwinkel der Spinne, die nur nachts kopfüber in ihrem Netz hängt.
Die Fettspinne ist sehr anspruchslos und kann längere Zeit ohne Flüssigkeit und Nahrung auskommen. Die Paarung der Tiere, bei der die Balz mehrere Tage bis Wochen in Anspruch nehmen kann, und bei der auch 2 Männchen beteiligt sein können, erfolgt im Frühjahr und im Herbst. Die Ablage der rosa-violetten Eier durch die Weibchen erfolgt in Kokons, die sich am Rand des Netzes befinden. Die weiblichen Tiere überwachen ihre Brut, bis die jungen Spinnen schlüpfen und selbstandig werden.
Beschreibung der Bilder / Fotos
Fotografie mit folgenden Digitalkameras
Nikon D3x, Nikon D300, Canon 50D
Bildbearbeitung mit Photoshop
1. Fettspinne - Steatoda bipunctata
2. Steatoda bipunctata - Spinne - Fettspinne


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