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Haubennetzspinnen
Die Haubennetzspinnen (Theridiidae), auch Kugelspinnen oder Kammfußspinnen genannt, engl. : Cobweb spiders bzw. Comb-footed spiders, bilden in der Ordnung Webspinnen (Araneae), der Unterordnung Echte Webspinnen (Araneomorphae) und der Teilordnung Entelegynae eine Familie, die zur Überfamilie der Radnetzspinnen (Araneoidea) zählt. Die Familie umfasst 2283 Arten, die 96 Gattungen zugeordnet sind und ist global verbreitet. Haubennetzspinnen sind in den gemäßigte Zonen wie in den subtropischen und tropischen Regionen häufig anzutreffen.
Netz einer Haubennetzspinne - Foto
In Europa vorkommende Gattungen sind u. a.: Achaearanea, Anelosimus,Carniella, Chrysso, Coleosoma, Crustulina, Dipoena, Enoplognatha, Episinus, Euryopis, Keijia, Lasaeola, Echte Witwen (Latrodectus), Neottiura, Nesticodes, Paidiscura, Parasteatoda, Pholcomma, Robertus, Rugathodes, Simitidion, Fettspinnen (Steatoda), Theonoe sowie die Echten Kugelspinnen (Theridion).
Ein Großteil der europäischen Haubennetzspinnen-Arten gehört der Gattung Echte Kugelspinnen an. Unter ihnen finden sich sehr auffällige und farbenprächtige Arten. Zu den europäischen Haubennetzspinnen zählen: Echte Witwe (Latrodectus mactans), Schwarze Witwe (Latrodectus tredecimguttatus), Latrodectus hasselti, Carniella brignolii, Chrysso spiniventris, Coleosoma floridanum, Crustulina guttata, Dipoena braccata, Keijia tincta, Nesticodes rufipes, Paidiscura pallens, Pholcomma gibbum, Simitidion simile, Fettspinne (Steatoda bipunctata), Steatoda albomaculata, Steatoda grossa, Steatoda triangulosa, Steatoda phalerata, Steatoda castanea, Steatoda meridionalis und Steatoda paykulliana.
Haubennetzspinnen sind klein bis mittelgroß und haben Körperlängen von 3 bis 15 mm. Auffällig ist der oft kugelförmige oder langgestreckte Hinterleib weiblicher Exemplare. Körperfarbe und Zeichnungen variieren (je nach Art) sehr stark, sie können sehr leuchtend und lebhaft sein. Es gibt jedoch auch viele einfarbige Arten, die oft kein Muster aufweisen. Die Körper können sehr hart und mit auffällig geformten Dornen besetzt sein. Viele Arten sind fein behaart und glänzen an der Oberfläche. Die nachtaktiven, höhlenbewohnenden Haubennetzspinnen haben relativ kleine Augen, die am Kopf in einer Gruppe nahe beieinanderstehen.
Der meist runde, kugelige Hinterleib hat eine glänzend schwarze oder braune bis hellbraune Grundfärbung und weist dabei oftmals ein mehr oder minder stark kontrastiertes, buntes Fleckenmuster auf. Bei vielen Arten kann der Hinterleib eine längliche Form haben. Die meisten Haubennetzspinnen haben lange und dünne Beine. Ein besonderes Merkmal bildet ein Kamm aus vergößerten Härchen (Setae) an den Füßen (Tarsen) des 4. Beinpaares. Die Haare sind gebogen und mit feinen Zähnen besetzt. Sie dienen zur Fixierung der Beutetiere mit Seidenfäden. Diesem Kamm, der mehr oder weniger stark ausgeprägt ist, verdanken die Spinnen ihren Beinamen „Kammfußspinnen“ (engl.: Comb-footed spiders).
Haubennetzspinnen sind im Freien fast überall dort anzutreffen, wo sie Vegetation vorfinden. Manche Arten leben vorwiegend in menschlicher Umgebung (Wohnhäuser, Keller, Ställe, Schuppen, Treibhäuser). Sie bevorzugen dunkle, schattige und geschützte Habitate, in denen sie Unterschlupfmöglichkeiten vorfinden.
Die überwiegend sesshaft lebenden Haubennetzspinnen können mehrere Jahre alt werden und ernähren sich nachtaktiv vom Insektenfang, den sie mit Hilfe von zum Teil riesigen Netzen, teils auch frei jagend auf Pflanzen oder am Boden betreiben. Die von ihnen gesponnen Netze sind labyrinthartig und haubenförmig (Haubennetz) angelegt. Meistens hängen diese von Decken oder Zweigen ab und sind durch ein komplexes System aus Halte-, Spann- und Fangfäden stabilisiert. Bei größeren Populationen auf begrenztem Raum kann es zur Bildung von Sozialgemeinschaften kommen, in denen Haubennetzspinnen ihre Fangnetze mit denen ihrer Nachbarn kombinieren.
Weiterführende Kapitel von "Haubennetzspinnen"
- Fettspinne
Beschreibung der Bilder / Fotos
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1. Netz einer Haubennetzspinne


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