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Rothalsiges Getreidehähnchen - Oulema melanopus - Foto
Rothalsiges Getreidehähnchen
Das Rothalsige Getreidehähnchen (Oulema melanopus), engl.: Cereal leaf beetle, auch Buntes Getreidehähnchen, Großes Getreidehähnchen oder auch einfach nur "Getreidehähnchen" genannt, zählt in der Ordnung der Käfer (Coleoptera), der Unterordnung Polyphaga und der Teilordnung Cucujiiformia in der Überfamilie Chrysomeloidea zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), in deren Unterfamilie Zirpkäfer (Criocerinae) diese Art der Gattung Oulema angehört. Rothalsige Getreidehähnchen sind in der Paläarktis über Europa, Nordasien und Nordafrika weit und verbreitet und wurden nach Nordamerika eingeschleppt. In geeigneten Habitaten treten sie häufig und regelmäßig auf. Die Art gilt in ihrem Bestand als nicht gefährdet.
Erwachsene Exemplare erreichen Körperlängen von 4 bis 6 mm. Sie sind länglich gebaut und hinten abgerundet. Die Körper glänzen (abgesehen von Kopf, Halsschild und Beinen) metallisch blau. Der Kopf der Käfer ist schwarz und trägt mittellange fadenförmige Fühler, während Halsschild rot bis rotbraun glänzt. Der metallisch blau bis blaugrün schillernde Hinterleib ist an seinem Ende abgerundet. An ihm befinden sich Leisten aus Chitin. Werden diese an den darüber liegenden Deckflügeln gerieben, erzeugen sie zirpende Laute (Zirpkäfer).
Die Oberseite der Flügeldecken glänzt metallisch schwarz, blau, blaugrün oder grün und ist mit mehreren längs verlaufenden Punktreihen besetzt, die deutlich erkennbar sind. An den Beinen leuchten Schenkel und Schienen orange bis orangerot, während die Fußglieder schwarz sind. Aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes läßt sich das Rothalsige Getreidehähnchen von seiner Schwesternart Oulema duftschmidi nur anhand von Genitaluntersuchungen unterscheiden.
Das Rothalsige Getreidehähnchen besiedelt die verschiedensten Biotope (Wälder, Wiesen, Getreidefelder und Gärten) in denen Gräser wachsen. Sie erscheinen, sofern sie überwintert haben, erstmals im Frühjahr. Da Gräser ihre ausschließliche Nahrung darstellen, sind die tagaktiven Tiere vorwiegend an verschiedenen Grasarten (darunter auch Getreide) anzutreffen, wo sie das Blattgewebe abnagen. Zu den Nahrungspflanzen zählen u. a. Weizen, Triticiale, Roggen, Gerste und Hafer. Die von ihnen befallenen Pflanzen weisen deutlich erkennbare Fressspuren in Form 1 bis 2 cm langer Streifen auf, die durch die Nervatur der Blätter begrenzt sind. Dabei kann die Epidermis der abgewandten Blattseite noch unberührt sein. Die Schäden können in den Monaten Mai bis August sowohl von den erwachsenen Käfern wie auch von deren Larven verursacht werden.
Die Paarung der überwinternden Käfer findet im Frühjahr statt. Die Eiablage der weiblichen Tiere erfolgt einzeln oder in Gruppen zu 2 bis 7 Eiern auf den Blättern der Nahrungspflanzen. Hierbei werden insgesamt bis zu 100 oder mehr Eier plaziert. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und sind dann mit einer Schleimschicht überzogen, auf der zum Schutz vor Fressfeinden ihre eigenen Exkremente als Tarnung kleben bleiben. Sie ernähren sich in gleicher Weise wie die erwachsenen Tiere und haben etwa 2 Wochen nach dem Schlüpfen ihre volle Größe erreicht. Die Larvenzeit, die sich über mehrere Monate erstreckt, endet mit dem Eingraben der Larven in den Boden und der dortigen Verpuppung. Im Juli und August verlassen die Käfer der neuen Generation ihre Puppe und beginnen ihren Reifungsfraß an Wildgräsern und Getreidepflanzen. Zur Überwinterung suchen die erwachsenen Käfer Verstecke im Boden, an Mulm von Bäumen, unter der Rinde von Baumstämmen oder unter Laub auf.
Zur Vielzahl der natürlichen Feinde des Getreidehähnchens zählen u. a. Marienkäfer, Laufkäfer und Kurzflügler. Florfliegenlarven und Raubwanzen fressen ihre Eier und Larven. Verschiedene Schlupfwespen parasitieren in Eiern oder Larven des Rothalsigen Getreidehähnchens. Getreidehähnchenlarven werden aber auch durch insektenpathogene Pilze (Entomophthora) abgetötet.
Für den Menschen ist das Rothalsige Getreidehähnchen (vor allem im Larvenstadium) als Schädling in der Agrarwirtschaft von Bedeutung. Bei massivem Befall von Getreidefeldern werden heute wieder vermehrt Pestizide eingesetzt. Der Schwellenwert hierzu liegt bei 0,5 bis 1 Käfer pro Fahnenblatt. Alternativ lässt sich die Vermehrung des Rothalsigen Getreidehähnchen durch den gezielten Einsatz biologischer Feinde (Schlupfwespenarten Diaparrsis carinifer, Lemophagus curtus und Tatrastichus julis sowie die Erzwespe Anaphes flavipes) gegen dessen Eier und Larven steuern. Auch der Einsatz von Marienkäfern ist möglich.
Beschreibung der Bilder / Fotos
1. Rothalsiges Getreidehähnchen - Oulema melanopus
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Tiere - Blaugrün - Kopf - Boden - Einsatz - Halsschild - Frühjahr - August
Quellen, Links und weitere Informationen
Rothalsiges Getreidehähnchen in Wikipedia
Getreidehähnchen in der Insektenbox
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Englisch / Amerikanische Flagge Cereal leaf beetle
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