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Grüner Sauerampferkäfer - Gastrophysa viridula - Foto
Grüner Sauerampferkäfer
Der Grüne Sauerampferkäfer (Gastrophysa viridula), Syn.: Gastroidea viridula, wird auch Ampferblattkäfer bzw. Ampfer-Blattkäfer genannt, und zählt in der Ordnung der Käfer (Coleoptera), der Unterordnung Polyphaga und der Überfamilie Chrysomeloidea zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), wo er der Gattung Gastrophysa angehört. Unterarten dieser Spezies sind: Gastrophysa viridula pennina und Gastrophysa viridula viridula. Der Grüne Sauerampferkäfer, der in Mitteleuropa bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts noch auf den alpinen Raum beschränkt war, ist von Europa bis nach Westsibirien und in den Kaukasus verbreitet und kommt häufig vor. Die Art bringt in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen 2 bis 4 Generationen pro Jahr hervor. Sie gilt als nicht gefährdet.
Gastroidea viridula - Foto
Die Körperlänge der männlichen Exemplare beträgt etwa 4 mm, während die Weibchen mit 7 mm etwas größer sind. Die Männchen haben eine typische Blattkäferform. Weibchen weisen kurz vor der Eiablage einen stark vergrößerten Hinterleib auf. Die Körperfarbe hat bei beiden Geschlechtern einen metallischen Glanz und ist normalerweise überwiegend grün. Sie kann jedoch (je nach Lichteinfall) goldgrün, blau, rot, purpur oder violett schimmern. Die Augen liegen vorne seitlich am Kopf, der sich deutlich vom Halsschild und Hinterleib abgrenzt. Die Antennenfühler haben eine mittlere Länge und sind leicht gesägt.
Der Grüne Sauerampferkäfer hat kräftig gebaute Beine, die grünlich schillern.
Grüner Sauerampferkäfer - Seitenansicht - Foto
Die tagaktiven Käfer haben eine Lebenserwartung von 1 bis 2 Monaten (Weibchen etwa 35 Tage) und leben in Heidelandschaften, Wäldern, an Waldrändern, auf Wiesen und in Gärten. Wichtig ist das Vorkommen von Ampfer (Rumex) als Futterpflanze, optimal für die Entwicklung des Käfers ist das Vorhandensein des Stumpfblättrigen Ampfers (Rumex obtusifolius). Die erwachsenen Käfer fliegen selten, legen dafür aber beträchtliche Strecken auf den Beinen zurück. Sie können von März bis Oktober angetroffen werden, und überwinternde Exemplare der letzten Vorjahresgeneration erscheinen nach Beendigung der Diapause erstmals Ende März bis Anfang April.
Käfer - Gastrophysa viridula - Foto
Der Grüne Sauerampferkäfer ernährt sich unter Bevorzugung von Ampfer (oligophag) ausschließlich pflanzlich (phytophag), weicht jedoch bei Verknappung des Angebots auf andere Wirtspflanzen aus, zu denen Knöterichgewächse (Polygonaceae), Kreuzblütengewächse (Brassicaceae), Veilchengewächse (Violaceae) oder Raublattgewächse (Boraginaceae) zählen. Eine vollständige Entwicklung der Larven ist nicht auf allen alternativen Nahrungspflanzen der erwachsenen Käfer möglich. Die Blätter der Wirtspflanzen werden zunächst von den erwachsenen Käfern (Fensterfraß), später, und danach zeitgleich, von deren Larven (Lochfraß) benagt, bis diese völlig skelettiert sind (was bei der biologischen Bekämpfung von Ampfer auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nur erwünscht sein kann).
Grüner Sauerampferkäfer - Frontansicht - Foto
Die Paarungszeit der Käfer, die sich vom Frühjahr bis zum Herbst erstreckt, beginnt mit der Kopulation der Herbstgeneration des Vorjahres, die unmittelbar nach deren Erscheinen im März / April stattfindet. Die Eiablage der befruchteten Weibchen, die in dieser Zeit einen deutlich angeschwollenen Hinterleib haben, erfolgt in mehreren Perioden an den Futterpflanzen der Larven, wobei jeweils 100 bis 600 hellgelbe bis dottergelbe, ovale Eier in Gelegen von 20 bis 45 Stück an den Unterseiten der Blätter anbringen. In seinem gesamten Lebenszyklus bringt ein Weibchen rund 1200 Eier aus.
Blattkäfer - Gastrophysa viridula - Foto
Die Larven, die ihr erstes Larvenstadium bereits innerhalb der Eier abgeschlossen haben, schlüpfen nach ca. 3 bis 6 Tagen. Zu diesem Zeitpunkt haben die Eier eine orange Farbe angenommen. Die Körper der Larven, die eine Länge von etwa 8 mm erreichen, sind variabel schmutziggrün, grau bis dunkelgrau oder auch dunkelbraun gefärbt, deutlich segmentiert, und haben eine pockige Oberfläche. Die Ernährung der Larven entspricht derjenigen der erwachsenen Käfer. Werden sie beim Fressen gestört, in dem die Futterpflanze Erschütterungen erfährt, fallen die Larven auf den Boden. Häufig finden diese dann ihre Futterpflanze nicht wieder und laufen Gefahr, zu verhungern.
Chrysomelidae - Grüner Sauerampferkäfer - Foto
Ältere Larven sind übrigens in der Lage, ein Sekret auszuscheiden, das Nahrungskonkurrenten (vor allem erwachsene Käfer der selben Spezies) von den Blättern der Futterpflanzen vertreibt. Am Ende des dritten Larvenstadiums graben sich die Larven etwa 2 cm tief in den Boden ein, und verpuppen sich dort. Nach 6 bis 9 Tagen Puppenruhe schlüpfen die erwachsenen Käfer, deren Flugradius nur etwa 10 m beträgt, aus den Puppen. Sie beginnen im Spätherbst (über mehrere Tage) sehr intensiv zu fressen, um sich auf die Überwinterung vorzubereiten. Haben die Käfer genügend Nährstoffe aufgenommen, vergraben sie sich neben der Futterpflanze (mehrere Zentimeter tief) im Boden, den sie erst Ende März bzw. Anfang April wieder verlassen. Zu den natürlichen Feinden des Grünen Sauerampferkäfers zählen Insektenfresser und Parasiten.
Beschreibung der Bilder / Fotos
1. Grüner Sauerampferkäfer - Gastrophysa viridula
2. Gastroidea viridula
3. Grüner Sauerampferkäfer - Seitenansicht
4. Käfer - Gastrophysa viridula
5. Grüner Sauerampferkäfer - Frontansicht
6. Blattkäfer - Gastrophysa viridula
7. Chrysomelidae - Grüner Sauerampferkäfer
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