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Wollschweber - Bombyliidae - Foto
Wollschweber
Die Wollschweber (Bombyliidae), engl. : bee flies, werden auch als Schweber, Hummelschweber, Hummelfliegen oder Trauerschweber bezeichnet. Sie sind eine der größten Familien in der Ordnung der Zweiflügler (Diptera), der Unterordnung Fliegen (Brachycera), der Nebenordnung Asilomorpha, der Teilordnung Spaltschlüpfer (Orthorrhapha) und in der Überfamilie Asiloidea (in einigen taxonomischen Systematiken wird Bombylioidea als Überfamilie angegeben). Veraltete wissenschaftliche Synonyme für die Familie der Wollschweber sind Phthiriidae, Usiidae und Systropodidae.
Die Wollschweber teilen sich in mehrere Unterfamilien auf: Anthracinae, Antoniinae, Bombyliinae, Crocidiinae, Cythereinae, Ecliminae, Gerontinae, Heterotropinae, Lomatiinae, Mariobezziinae, Oligodraninae, Oniromyiinae, Phthiriinae, Sysstropinae, Tomomyzinae, Toxophorinae, Usiinae und Xenoprosopinae.
Einige der über 4500 (einige Quellen sprechen von 6000) Wollschweber-Arten sind: Großer Wollschweber (Bombylius major), Poecilanthrax willistoni, Spongostylum tripunctatum, Bombylius medius, Hemipenthes morio, Hottentottenfliege (Villa hottentotta), Lepidophora lepidocera, Systoechus sulphureus und Heterostylum robustum. In Deutschland kommen 34 Arten vor, in Mitteleuropa etwa 100, auf den Britischen Inseln 12 Arten. Die ältesten Wollschweber-Fossilien wurden in Sibirien entdeckt. Dabei handelt es sich um Einschlüsse in Bernstein, die bis in das Jura (Kreidezeit) zurückdatiert werden. Jüngere Bernstein-Fossilien wurden im Baltikum und in der Dominikanischen Republik gefunden.
Wollschweber sind mittelgroße Fliegen und haben einen gedrungen gebauten Körper, der bei vielen Arten auffällig pelzig behaart ist, und daher an Hummeln erinnert. Andere Arten haben schwächere Behaarung und sind sehr dunkel. Die nach vorn ausgerichteten Saugrüssel sind oft sehr lang, und können, wie bei Bombylius medius, fast Körperlänge erreichen, während sie bei einigen Spezies kurz oder verkümmert erscheinen. Der Rüssel, sofern er lang ist, erinnert zwar an einen Stachel, ist jedoch völlig harmlos, da er lediglich zum Aufsaugen von Nektar aus tieferen Blütenkelchen dient. Das äußere Erscheinungsbild der Wollschweber stellt jedoch einen zusätzlichen Schutz vor Fressfeinden dar.
Die Behaarung des Brustabschnitts (Thorakalborsten) ist bei den meisten Wollschweber-Arten schwach ausgebildet. Die dunkel gefärbten Arten haben in der Regel schwarze, transparente Flügel und werden im deutschsprachigen Raum Trauerschweber genannt. Wollschweber sind an ihrem auffälligen Flugbild (Rüttelflug) erkennbar, das an jenes von Schwebfliegen (Syrphidae) erinnert. Im Flug sind die Vorderbeine vorgestreckt und die Hinterbeine rückwärts nach oben ausgerichtet.
Während einige Wollschweber-Arten bereits im Frühjahr anzutreffen sind, erscheinen die meisten Arten in den Sommermonaten. Sie bevorzugen sandige oder grasige Flächen, auf denen sie sich (insbesondere um die Mittagszeit) sonnen. Ihre Nahrungsaufnahme erfolgt an Blütenpflanzen, wo sie (rüttelnd in der Luft stehend, sich mit den Vorderbeinen am Blütenrand abstützend) beobachtet werden können. Bei Störungen fliegen sie mit hohem Tempo davon. Wollschweber sind als Blütenbestäuber von ökologischer Bedeutung.
Das Fortpflanzungsverhalten der Wollschweber kann (in Abhängigkeit von Spezies, Gattung oder Unterfamilie) sehr unterschiedlich sein.
Die Eiablage der befruchteten Weibchen erfolgt entweder an Wirtstieren (Larven bzw. Gelege) oder in deren Nähe. Die etwa 1 mm langen Eier (insgesamt bis zu 3000 Stück) werden von den Weibchen während ihres Fluges gezielt auf Eigelege oder Nester von Wirtsinsekten abgeschossen. Vertreter der Gattung Systoechus bevorzugen die Eigelege von Heuschrecken. Bei einigen Wollschweber-Arten werden die Eier einzeln abgelegt. Die Larven der Wollschweber haben nach dem Verlassen ihrer Eier (1 bis 2 Wochen nach der Eiablage) zunächst eine raupenartige Gestalt. Kopfkapsel und 12 weitere Körpersegmente sind deutlich unterscheidbar. Kopf, Brustsegmente sowie das letzte Hinterleibssegment sind behaart. Sofern die Larven nicht direkt auf oder im Wirtsgelege schlüpfen, kriechen sie mit Hilfe von Stummelfüßchen (die in späteren Larvenstadien nicht mehr vorhanden sind), durch kleine Spalten oder Gänge in die Nester der Wirtstiere hinein.
Im letzten Stadium ihrer Entwicklung (drittes Larvenstadium) haben die Larven ein madenartiges Aussehen und tragen kaum noch Borsten. Sie ernähren sich parasitisch in den Nestern verschiedener Bienenarten und anderer Hautflügler, aber auch an den Gelegen von Schmetterlingen, Fliegen oder Käfern, wobei sie zunächst die Nahrungsvorräte der Wirtslarven, und später auch die Wirtseier bzw. Wirtslarven verzehren. Einige Wollschweber-Arten sind bei der Auswahl der Wirtstiere für ihre Brut unspezialisiert. Manche Wollschweber-Larven ernähren sich (nekrophag) von toten Tieren.
Etwa 2 Monate nach der Eiablage sind die Larven der Wollschweber voll entwickelt und verpuppen sich. Die anschließende Puppenruhe findet im Boden statt, und kann bis zu mehreren Wochen andauern. Die Puppen sind beweglich. Am Kopf der Puppe befindet sich eine kronenartige Anordnung von Dornen, der Hinterleib ist lang und stark beborstet. Dies ermöglicht es der Puppe, die Bodennester der Wirtstiere nach der Überwinterung zu verlassen. Die Häutung zum erwachsenen Wollschweber findet anschließend im Freien statt.
Beschreibung der Bilder / Fotos
Fotografie mit folgenden Digitalkameras
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1. Wollschweber - Bombyliidae


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