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Dasselfliegen
Dasselfliegen (Oestridae), auch Biesfliegen, Bremsen oder Brämsen genannt, bilden in der Ordnung Zweiflügler (Diptera) eine Familie. Von weltweit ca. 100 Arten kommen 11 Arten in Mitteleuropa vor. Die Familie der Dasselfliegen teilt sich in drei Unterfamilien: Nasendasseln bzw. Nasenfliegen (Oestrinae), Rachendasseln bzw. Rachenfliegen (Cephenomyiinae) und Hautdasseln bzw. Hautfliegen (Hypoderminae). Einige Dasselfliegen-Arten sind: Schafbremse (Oestrus ovis), Gasterophilus intestinalis, Rehdasselfliege (Hypoderma diana), Rhinoestrus purpureus, Hirschdasselfliege (Hypoderma acteon), Crivellia silenus, Rinderdasselfliege (Hypoderma bovis), Kleine Rinderdasselfliege (Hypoderma lineatum) und Pharyngomyia picta.

Dasselfliegen erreichen Körperlängen von 10 bis 13 mm. Sie haben eine starke pelzige Behaarung. Die Mundwerkzeuge der Tiere sind oft stark zurückgebildet, weshalb viele Arten keine Nahrung aufnehmen. Einige Arten sollen jedoch Flüssigkeit zu sich nehmen können. Die gut ausgebildeten großen Flügel haben eine gewinkelte Mittelader. Der Thorax ist beschuppt und weist an seinem hinteren Bereich eine Reihe von Borsten auf. Die Paarung der Dasselfliegen findet an erhöhten Stellen (Baumkronen, Anhöhen, Geländewellen) statt.

Die Brutablage der Weibchen erfolgt an Wirtstieren, von denen Huftiere die größte Gruppe ausmachen. Die Larven leben stets parasitisch im Inneren der Tiere (Endoparasiten). Hierbei kommt es bei vielen Arten zur Spezialisierung auf bestimmte Wirte. Auch die für die Eiablage von den Dasselfliegen gewählten Körperöffnungen der Tiere sind artspezifisch, was bereits aus den Namen der Unterfamilien und Arten hervorgeht. Die später schlüpfenden Maden (Larven) entwickeln sich demgemäss in der Nasenschleimhaut, im Rachen oder in der Unterhaut (Subcutis) der Wirtstiere. Auch die Eiablage selbst, bei der die Eier in die Körperöffnung eingespritzt werden, stellt für die Weibchen einiger Arten ein Risiko dar, weil sie bei zu langsamer Vorgehensweise Gefahr laufen, von den sofort schlüpfenden eigenen Larven getötet zu werden. In den Tropen kann es vorkommen, dass die Eiablage versehentlich auch am Menschen stattfindet. Insbesondere bei Rindern kann der Anflug der Dasselfliegen panische Reaktionen auslösen („Biesen“), was bei den Rindern zu schweren Verletzungen führen kann. Dieser Umstand ist für die Bezeichnung als Biesfliegen ursächlich.

Die Wanderung und Entwicklung der Larven im Inneren der Wirtstiere führt zwangsläufig zu deren Erkrankung und gelegentlich auch zum Tod. Der Aufenthalt der Larven im Wirtstier kann sich über mehrere Monate erstrecken. Im letzten Stadium verlassen die Larven das Wirtstier, in dem sie sich zu Boden fallen lassen, um sich in der Erde zu verpuppen.
Weiterführende Kapitel von "Dasselfliegen"
- Schafbremse


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